Da sich Matratzen nicht selbst an den Körper anpassen und es kaum eine universell passende Lösung gibt, erscheint der nächste Schritt logisch: Das Bett wird individuell eingestellt. Modulmatratzen, regulierbare Lattenroste oder Unterfederungen versprechen eine exakt auf den Schläfer abgestimmte Liegefläche.
Individuelle Anpassung klingt präzise, technisch fundiert und nachvollziehbar. Doch der Weg dorthin ist komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint.
Bereits bei der Bestimmung von Körperform und Schlafposition beginnt eine Vielzahl unterschiedlicher Messmethoden. Vermessen wird stehend oder liegend, mit Wirbelscannern, Liegesimulatoren, Druckmessmatten, Messwesten, Kamerasystemen oder einfachen mechanischen Hilfsmitteln.
Diese Verfahren vermitteln ein hohes Mass an Genauigkeit. In der Praxis beziehen sich viele Messsysteme jedoch nur auf ein bestimmtes Produkt oder eine einzelne Marke. Die gemessenen Daten dienen damit häufig eher der Verkaufsunterstützung als einer wirklich freien Produktauswahl.
Seit Jahren werden in Bettengeschäften Druckmessmatten eingesetzt, die beim Probeliegen die Druckverteilung des Körpers visualisieren. Diese Darstellung wirkt beeindruckend, dient aber meist lediglich der Wahl des Härtegrades innerhalb eines Matratzentyps.
Eine vollständige Messung über das gesamte Sortiment einer Marke oder gar über mehrere Hersteller hinweg wäre zu aufwändig. Selbst wenn sie möglich wäre, würde sie kaum mehr als eine durchschnittliche Lösung hervorbringen.
Sinnvoll eingesetzt werden Messungen bei regulierbaren Bettsystemen. Hier können Einstellungen schrittweise vorgenommen und später erneut angepasst werden. Der Körper erhält Zeit zur Umgewöhnung und Veränderungen lassen sich auch nach Monaten oder Jahren korrigieren.
Solche Systeme ermöglichen es, auf veränderte Bedürfnisse zu reagieren, ohne gleich ein neues Bett anschaffen zu müssen.
Einfache Lattenroste bieten oft minimale Verstellmöglichkeiten über Schieber. Diese haben jedoch in der Praxis meist nur geringen Einfluss auf das Liegeergebnis.
Deutlich wirksamer sind Systeme, bei denen Leisten oder Zonen in der Höhe oder Festigkeit stark verändert werden können. Gleichzeitig steigt hier das Risiko von Fehlanpassungen. Wechselt die Schlaflage oder liegt der Körper nicht exakt in der vorgesehenen Position, können sich die negativen Effekte verstärken.
Modulmatratzen mit veränderbaren Zonen tolerieren Lageveränderungen besser, bleiben aber ebenfalls statisch eingestellt.
Ein individuell abgestimmtes Bettsystem ist in vielen Fällen besser als eine Lösung für die Masse. Dennoch gilt: Auch die beste manuelle Einstellung passt nur für eine bestimmte Schlaflage.
Da die meisten Menschen ihre Schlafposition im Laufe der Nacht mehrfach wechseln, stossen statisch eingestellte Systeme hier an ihre Grenzen. Die Abstimmung einer Mischlage aus Seiten- und Rückenlage ist mit manueller Regulierung nur in Ausnahmefällen sinnvoll.
Moderne Bettsysteme mit automatisch ausgleichenden Elementen ermöglichen eine kontinuierliche, selbstregulierende Formanpassung. Sie reagieren auf Lageveränderungen, ohne dass Einstellungen vorgenommen werden müssen.
Diese Wirkungsweise wird im Kapitel «Bettsysteme, die sich anpassen» detailliert erklärt.
Gerne zeigen wir Ihnen, welche Formen der Anpassung sinnvoll sind und wo individuell eingestellte Systeme an ihre Grenzen kommen – abgestimmt auf Ihre Schlafgewohnheiten und Bedürfnisse.