Die Auswahl an Bettsystemen ist gross und für viele unübersichtlich. Trends und Testsieger versprechen Orientierung und Sicherheit. Wer dem Zeitgeist folgt oder zur bestbewerteten Matratze greift, hofft, eine gute Entscheidung zu treffen.
Doch Trends entstehen nicht aus ergonomischer Notwendigkeit, sondern aus technischen Möglichkeiten, Marketing und veränderten Wohn- und Designvorlieben.
Trends im Bettbereich gab es schon immer. Nach Laub-, Stroh- oder Spreuersäcken folgten Rosshaarmatratzen. Deren hoher Preis und die Neigung zur Kuhlenbildung führten zu Kombinationen mit Stahlfedern.
Federkernmatratzen waren günstiger und langlebiger. Später wurden dicke Unterfederungen mit Stahlfedern für dünne Matratzen populär. Auch diese Systeme hatten Schwächen, etwa das Durchhängen bei billigen Konstruktionen oder langer Nutzung.
Der Gegentrend folgte: Holzlattenroste und festeres Liegen dominierten ab den 1950er-Jahren. Darauf reagierte der Markt erneut mit Wasser- und Luftbetten sowie viskoelastischen Schäumen. Später entstanden sogenannte Naturbetten als Gegenbewegung zu synthetischen Materialien.
Heute ist das Boxspringbett wieder stark verbreitet. Der Begriff bedeutet wörtlich «Kiste mit Federn» und bezeichnet ein gepolstertes Bettgestell mit integrierten Stahlfedern. Auch die darauf liegende Matratze ist meist mit Stahlfedern ausgestattet.
Je nach Bauform spricht man von Taschenfederkern- oder Tonnentaschenfederkernmatratzen. Zusätzliche Schichten aus Schaum, Rosshaar oder Latex sorgen für Komfort und Klima. Oft kommt ein Topper hinzu, sodass mehrere Lagen übereinander liegen.
Liegetechnisch verändert sich dadurch wenig. Der Körper sinkt wie bei anderen Matratzen gewichtsabhängig ein. Die gleichmässige Federwirkung kann bei wechselnden Schlaflagen Vorteile bringen, führt aber bei schwereren Personen oder ungleichmässiger Gewichtsverteilung zu zu starkem Einsinken.
Boxspringbetten gibt es in unzähligen Ausführungen. Unterschiede in Preis, Qualität und Liegeergebnis sind entsprechend gross. Viele Systeme lassen zudem keine individuelle Anpassung der Festigkeit oder Zonen zu.
Auch wenn moderne Trends technisch ausgefeilter wirken, passen sie sich dem Körper nicht automatisch besser an als frühere Lösungen.
Wer sich nicht an Trends orientieren möchte, greift oft auf Matratzen-Testberichte zurück. Doch auch hier stellt sich die Frage: Für wen ist eine Testsieger-Matratze wirklich geeignet?
In Ergonomie-Tests wird ein genormter Testkörper in Seiten- und Rückenlage auf eine Matratze gedrückt. Gemessen wird auf einer flachen Unterlage, ohne Berücksichtigung der Unterfederung. Getestet werden meist mittelfeste Matratzen derselben Kategorie.
Das Ergebnis gilt somit für einen fiktiven Durchschnittsmenschen. Da die wenigsten Menschen diesem Körpertyp entsprechen, erleben viele Käufer trotz Testsieg keine optimale Stützung.
Weder Trends noch Testsieger können Ihnen sagen, wie gut Sie selbst liegen. Sie liefern höchstens grobe Orientierung über Materialien und Preisunterschiede, ersetzen aber keine individuelle Beurteilung.
Gerne helfen wir Ihnen dabei, ein Bettsystem zu finden, das zu Ihrem Körper, Ihren Schlafgewohnheiten und Ihren Bedürfnissen passt – unabhängig von Trends, Rankings oder Werbeversprechen.